50 Jahre Toyota in Deutschland – Teil 3

Ein Jahrzehnt der Gegensätze – vom Rallyesport bis zum Umweltschutz – 50 Jahre Toyota in Deutschland – eine Geschichte in 5 Teilen – Teil 3

50 Jahre Toyota in Deutschland – eine Geschichte in 5 Teilen – Teil 3

Die Toyota Geschichte begann bereits vor über 120 Jahren mit der Produktion von Webstühlen, als der Grundstein für einen der heute weltweit größten Automobilhersteller gelegt wurde. Vor genau 50 Jahren wagte das Unternehmen den Schritt auf den härtesten Automarkt der Welt – Deutschland. Die spannende Geschichte zum runden Jubiläum. Teil 3: Die 90er Jahre.

Köln. Die Toyota Geschichte begann bereits vor über 120 Jahren mit der Produktion von Webstühlen, als der Grundstein für einen der heute weltweit größten Automobilhersteller gelegt wurde. Vor genau 50 Jahren wagte das Unternehmen den Schritt auf den härtesten Automarkt der Welt – Deutschland. Die spannende Geschichte zum runden Jubiläum.
Teil 3: Die 90er Jahre.

Seit Ende der 1970er Jahre betreibt Toyota seine weltweiten Motorsportaktivitäten von Köln aus. Das dort ansässige Unternehmen wurde ursprünglich als Toyota Team Europe (TTE) gegründet, später in Toyota Motorsport GmbH (TMG) umbenannt – künftig heißt es Toyota Gazoo Racing Europe (TGR-E) – und feierte bald eindrucksvolle Erfolge in der Rallye-Weltmeisterschaft.

1990 holte der Spanier Carlos Sainz in einem Celica GT-Four den Gesamtsieg der Fahrerwertung und damit den ersten Titel für Toyota. Zwei Jahre später wiederholte er diesen Erfolg. 1993 und 1994 fuhr Toyota zwei historische Doppelsiege ein und gewann sowohl den Konstrukteurstitel als auch die Fahrerwertung mit dem Finnen Juha Kankkunen (1993) und dem Franzosen Didier Auriol (1994) am Steuer. Mit einem weiteren Sieg in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft beendete Toyota 1999 seine Teilnahme am internationalen Rallyesport und kündigte den Einstieg in die Formel 1 an.

Automobile Meilensteine

Erfolge feierte Toyota aber auch abseits von Schotter- und Rennpisten – knackte zum Beispiel ein Jahr nach der deutschen Wiedervereinigung erstmals die Marke von über 100.000 neu zugelassenen Fahrzeugen. Bereits ein Jahr zuvor, 1990, war das Unternehmen mit der Marke Lexus erstmals im Premiumsegment angetreten. Für Verkauf und Service zeichneten zum Marktstart in Deutschland 22 Partnerbetriebe verantwortlich. Das erste Modell, der Lexus LS 400, wurde 1989 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt. Er war mit einem V8-Motor mit vier Litern Hubraum ausgestattet, der 180 kW (245 PS) leistete und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ermöglichte – vor allem aber setzte er neue Maßstäbe bei Qualität und Zuverlässigkeit.

1994 sorgte die Präsentation des Toyota RAV4 auf dem Genfer Automobilsalon für Aufsehen. Das Kompakt-SUV mit Allradantrieb, dessen Abkürzung für „Recreational Active Vehicle with 4 wheel-drive“ steht, ebnete dem gesamten SUV-Segment den Weg. Zunächst wollte Toyota 4.500 Einheiten pro Monat produzieren, doch als allein im ersten Monat 8.000 Bestellungen eingingen, wurde das Produktionsvolumen schnell verdoppelt. Die Markteinführung erfolgte im Mai 1994 in Japan, ehe das Fahrzeug einen Monat später in Europa, Afrika, Australien und Lateinamerika an den Start ging. Bis heute wurden weltweit mehr als zehn Millionen Einheiten des RAV4 verkauft.

1997 folgte ein weiterer Meilenstein der Automobilgeschichte: Auf der Tokyo Motor Show debütierte der Toyota Prius als erstes Serienmodell mit Hybridantrieb. Ein Elektromotor mit 33 kW (45 PS) unterstützte einen konventionellen 53 kW (72 PS) starken Vierzylinder-Ottomotor, wodurch der Benzinverbrauch der Limousine auf etwa fünf Liter gesenkt wurde. Bis heute hat sich an dem grundlegenden Hybrid-Prinzip nichts geändert. Und heute wie damals steht bei diesem Konzept ein möglichst ressourcenschonendes Fahren im Vordergrund.

Diesem Versprechen hatte sich Toyota bereits fünf Jahre zuvor verschrieben und 1992 die „Toyota Earth Charter“ vorgestellt. Darin wurde das Ziel formuliert, Ökologie und Ökonomie in der Mobilität miteinander zu vereinen. Auch Klimaziele sowie der Start eines Entwicklungsprogramms für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wurden darin festgehalten. Es war der Startschuss für die Hybridtechnik und setzte den Trend zur Antriebselektrifizierung in Gang, der heute die gesamte Automobilindustrie prägt.

Ebenfalls 1992 – als auf deutschen Fernsehgeräten die legendären Affen den Toyota Claim „Nichts ist unmöglich“ sangen – eröffnete Toyota im englischen Burnaston sein erstes europäisches Werk. Auf diese Weise sollten durch lokale Fertigung drohende Quotenregelungen für Autoimporte umgangen werden, wodurch Toyota sich mehr und mehr auch zu einem europäischen Hersteller entwickelte. Ende des Jahres 1992 verließ der erste Carina E die Werkshallen – „E“ für Europa. Und bereits im Sommer 1994 lief in Burnaston der 100.000ste Carina vom Band.

In Deutschland rief Toyota zu dieser Zeit die „Toyota Deutschland Stiftung“ ins Leben. Damit unterstützt das Unternehmen bis heute Projekte aus den Bereichen Soziales, Bildung, Forschung und Wissenschaft. Seit 1994 sind mehr als 500.000 Euro für über 90 Projekte bereitgestellt worden. In Übereinstimmung mit dem Toyota Leitbild lautet das Ziel der Stiftung: gesellschaftliche Verantwortung leben und den Gemeinsinn fördern. Seit 2005 wirken die Toyota Mitarbeiter bei der Auswahl als Projektpaten aktiv mit, können Vorschläge zur Förderung einreichen und in einem Auswahlverfahren über die zu fördernden Projekte und Einrichtungen abstimmen.

Wie es Toyota in Deutschland und weltweit in den 2000er Jahren seine Erfolgsgeschichte fortschrieb, lesen Sie in der nächsten Folge dieser Unternehmensgeschichte.

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